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WWF lobt Vorhaben zum Artenschutz
Moskauer Deutsche Zeitung 2010-07-24
Autor: Tino Künzel
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Russland will in den kommenden zehn Jahren weitere 38.000 Quadratkilometer Fläche unter Schutz stellen — ein Territorium nahezu von der Größe der Schweiz. Das Umweltministerium kündigte Anfang Juli die Einrichtung von neun neuen Naturschutzgebieten und 13 Nationalparks bis 2020 an, unter anderem in Dagestan, in der Murmansker Oblast und auf den Kurilen. Außerdem werden Meerespufferzonen von mehr als 10.000 Quadratkilometer Fläche geschaffen. Bestehende Bioreservate und Nationalparks wachsen um 5.000 Quadratkilometer. Damit erhöht sich der Anteil geschützter Gebiete an der Gesamtfläche des Landes von 2,7 auf 2,9 Prozent.


Die Maßnahmen stehen im Kontext der Biodiversitätskonvention, die 1992 unter dem Dach der Uno verabschiedet wurde und die Unterzeichnerländer — darunter Russland — zu konkreten Schritten verpflichtet, um das Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten zu verhindern. 2010 wurde von der Uno zum Internationalen Jahr der Biodiversität erklärt, im Herbst findet eine Konferenz im japanischen Nagoya statt, auf der ein Fahrplan zum Artenschutz bis 2020 abgesteckt werden soll. Die Ziele, zu denen sich die Unterzeichner der Konvention noch 2002 bekannten und die bis 2010 umgesetzt werden sollten, seien längst nicht erreicht worden, heißt es beim WWF — der jedoch Russland für seinen jetzigen Vorstoß ausdrücklich lobt. Die Umweltschützer hatten sich von 2006 bis 2008 an einer Analyse der russischen Ökosysteme beteiligt und entsprechende Empfehlungen ausgearbeitet. Dass nun neue Naturschutzgebiete auf Basis dieser Expertise angelegt würden, sei ein Novum, wird Wladimir Krewer, Koordinator für Biovielfalt beim WWF Russland, in einer Pressemitteilung zitiert. „Wir freuen uns, dass unsere Arbeit von den staatlichen Stellen mit hoher Wertschätzung bedacht und dass vom Umweltministerium mit der Umsetzung begonnen wurde.“


Der WWF war bei seinen Studien zu dem Schluss gekommen, Russland brauche weitere 70 Naturschutzgebiete und 71 Nationalparks. Allerdings zeige die Erfahrung, dass es schwierig sei, mehr als zwei ökologische Schutzzonen pro Jahr einzurichten. Deshalb werde sich das Programm nur schrittweise und über mehrere Jahrzehnte verwirklichen lassen.

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