Ein Klassenfoto und Russlands Wirtschaftskraft Nach Jahren des Aufschwungs: Was ist aus den Schülern einer Barnauler Abschlussklasse von 1990 geworden? |
|   Date: 2010-06-22 |
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| GESELLSCHAFT |
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Alexander Trippel ist Russlanddeutscher, er lebt seit 17 Jahren in Deutschland und handelt mit Maschinen. Um es auf eine einfache Formel zu bringen: Makroökonomische Prozesse aus mikroökonomischer Sicht zu betrachten, ist sein Geschäft. Wenn der Diplom-Kaufmann, 1974 im Altai geboren und im sibirischen Barnaul aufgewachsen, Meldungen über das russische Bruttoinlandsprodukt hört, dann kann er sich oft nur wundern. Besonders wundert er sich über den unerschütterlichen Glauben westlicher Investoren an weitere steile Wachstumsraten, ein Glauben, der sich unter anderem auf die Annahme stützt, die Russen hätten einen riesigen Nachholbedarf in Sachen Konsum, die Schere werde sich jedoch über kurz oder lang schließen. Trippel, der in Tomsk und Bielefeld studiert hat, hält das für eine fahrlässige Vereinfachung. Er hat sein letztes Klassenfoto zur Hand genommen, man schrieb damals das Jahr 1990, und zusammengetragen, was seitdem aus seinen Mitschülern geworden ist. Ergebnis: Die statistischen Jubelzahlen aus Russlands Wirtschaftswunderjahren unter Wladimir Putin sind nahezu entkoppelt vom Lebensstandard der Bevölkerung. Wie es den russischen „Konsumenten“ aus Barnaul heute geht, im Alter von 35 oder 36 Jahren – Trippel hat es notiert und kommentiert.
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Das Ohr an der Masse Ein neues Gesetz verleiht dem Geheimdienst mehr Kompetenz im Kampf gegen den Extremismus |
|   Date: 2010-06-21 |
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| POLITIK |
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Mitte Juni hat die Staatsduma in erster Lesung ein Gesetz verabschiedet, das dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB erlaubt, gegenüber einem Bürger der Russischen Föderation eine Verwarnung auszusprechen, wenn „unzulässige Handlungen“ vorliegen, die „Bedingungen für die Durchführung eines Verbrechens schaffen“. Für das Gesetz stimmten 313 der 315 Abgeordneten der Regierungspartei Einiges Russland. |
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Technischer k.o. für Schachroboter Position von König und Dame bei Demonstrationspartie verwechselt |
|   Date: 2010-06-20 |
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| SPORT |
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Er kann Tausende Züge im Voraus berechnen. Und dann das: Bei einer Demonstrationsveranstaltung in Moskau muss für einen russischen Schachroboter zwei mal zwei plötzlich fünf gewesen sein. Die Erfindung des früheren Luftwaffeningenieurs Konstantin Kostenjuk, Vater der Weltranglisten-Ersten Alexandra Kostenjuk, ließ sich Mitte Juni in einer Partie gegen Kreml-Funktionär Arkadij Dworkowitsch, der ein passionierter Schachspieler ist, von einem Stellungsfehler verwirren, wie er normalerweise nur Anfängern unterläuft.
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Ein Volkswagen für Russland Das macht einen Polo aus, der speziell für den russischen Markt hergestellt wird |
|   Date: 2010-06-19 |
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| WIRTSCHAFT |
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In Moskau ist Anfang Juni der neue VW Polo Sedan vorgestellt worden. Das Modell - samt ungewohntem Stufenheck - wird ausschließlich im Volkswagen-Werk Kaluga hergestellt und wurde speziell für die Bedürfnisse russischer Autofahrer und die Klima- und Straßenbedingungen in Russland entwickelt. Zum groß inszenierten Vorverkaufsstart in der Hauptstadt kamen 200 Gäste. Die Basisversion der Limousine ist ab etwa 10.000 Euro zu haben. Die MDZ zeigt, welche Veränderungen gegenüber dem deutschen VW Polo V aus dem Sedan einen echten Russen machen.
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Die Russen kommen nicht Eine Militärintervention in Kirgisien ist vorerst nicht geplant - Augenzeugen berichten |
|   Date: 2010-06-18 |
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| POLITIK |
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Der südliche Teil Kirgisiens versank Mitte Juni in einem blutigen Chaos. Bei ethnischen Konflikten starben Hunderte von Menschen, Tausende wurden verletzt und Zehntausende flohen ins benachbarte Usbekistan. Die kirgisische Armee war nicht in der Lage, mit eigenen Kräften der Gewalt Einhalt zu gebieten. Die machtlose Übergangsregierung in Bischkek bat den Kreml zwei Mal um militärischen Beistand. Doch die neuen Machthaber in Kirgisien warteten vergeblich auf die Rettung aus Moskau. Die Russen wollten sich in den „inneren Konflikt“ nicht einmischen. Experten erklären, warum Moskau auf Distanz zu der russlandfreundlichen Regierung in Kirgisien ging.
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Selbstverwaltung von oben Die verfassungsgemäße Mitbestimmung in den Städten und Gemeinden frustriert ihre Protagonisten |
|   Date: 2010-06-17 |
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| REGIONEN RUSSLANDS |
| Russlands Präsident Dmitrij Medwedew hat seinen Landsleuten schon so einige Male ins Gewissen geredet: Der Staat könne nicht alle ihre Probleme lösen, sie müssten das Schicksal in die eigenen Hände nehmen. Die Selbstverwaltung scheint dafür wie geschaffen. Für die MDZ hat sich Alissa Matwejewa in drei Dörfern der Kirower Oblast umgehört, wie die ersten Erfahrungen ausfallen. Vom Elan der Gemeinderäte ist dort wenig übriggeblieben. Sie halten die Selbstverwaltung inzwischen für eine bloße Imitation von Demokratie.
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Fotoschätze aus Privatarchiven Die 60er und 70er Sowjetjahre in Aufnahmen von Agenturreportern |
|   Date: 2010-06-16 |
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| FEUILLETON |
70 russische Fotografen stellen im Lumière-Zentrum für Fotografie Aufnahmen aus, die in den 60er und 70er Jahren während der Arbeit für sowjetische Agenturen entstanden, aber meistens persönlichen Charakter tragen. Sie vermitteln einen Eindruck von einer Zeit, die Aufbruch zu signalisieren schien, allerdings in Stagnation mündete. |
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Stilles Örtchen Im äußersten Westen von Moskau entzieht sich eine Siedlung der Verstädterung |
|   Date: 2010-06-15 |
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| LEBEN IN MOSKAU |
| Moskau versteht sich gern als Über-Hauptstadt oder Überhaupt-Stadt: schnell, laut, groß, wichtig. Troize-Lykowo ist in diesem Sinne so wenig Moskau wie möglich. 1960 eingemeindet, als die drei Kilometer weiter außerhalb gelegene Ringautobahn zur administrativen Grenze der Stadt wurde, fühlt sich der Ortsteil mit seinen zwei Straßen, der ersten Lykowo-Straße und der zweiten Lykowo-Straße, auch heute noch so entrückt an wie vor 100 Jahren. Großstadt – das sind die Metro und ein Autotunnel tief unter der Siedlung. An der Oberfläche scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Helene Wulf und Henriette Geringer haben sich in diesem Klein-Moskau umgesehen.
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Scheine gegen Scheine An russischen Universitäten fließt Geld statt Wissen – ein Fall an der Lomonossow-Universität sorgt für Aufsehen |
|   Date: 2010-06-14 |
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| GESELLSCHAFT |
| Bestechung ist an russischen Hochschulen an der Tagesordnung. Die Lektorin Polina Surina ist deshalb kein Einzelfall. Trotzdem geistert ihr Name derzeit durch die russischen Gazetten. Weil sie mit einem Video überführt wurde und weil ihr Vater - pikanterweise Leiter der Fakultät - sie wahrscheinlich dabei gedeckt hat.
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Kunst im Keller Ein Raum zum Wohlfühlen, Lernen und Kunst schaffen |
|   Date: 2010-06-13 |
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| FEUILLETON |
| Ein Malparadies in einem ehemaligen Luftschutzkeller. Die Kunstpädagogin Tamara Nikolajewna Walkina lockt Groß und Klein in ihre Rumpelkammer mit musealem Charme und weckt bei ihren Besuchern die Lust auf Kunst. Ein ungewöhnlicher Ort, den niemand so schnell vergisst.
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