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Ein Festtag für die Völkerverständigung

Die MDZ feierte Mitte Dezember ihr 10-jähriges Jubiläum


Die MDZ hatte Mitte Dezember wahrlich Grund zu feiern: Sie beging ihren 10-jährigen Geburtstag. Kaum einer hätte 1998 gedacht, dass Heinrich Martens Zeitungsprojekt sich zu einer derart etablierten und gern gelesenen Institution in der deutsch-russischen Community Moskaus entwickeln würde. Zur Feier des Tages gab es im Deutsch-Russischen Haus ein rauschendes Fest, zu dem führende Vertreter aus Wirtschaft und Politik geladen waren. Sogar der deutsche Botschafter gab sich die Ehre, der MDZ zu gratulieren. Der Abend bot neben einem köstlichen Buffet und vielen Worten des Lobes auch ein spannendes Kulturprogramm.



„Die Redaktion der Moskauer Deutschen Zeitung hat schon immer aus Deutschen und Russen bestanden. Hier hat jeder seine eigene Meinung und aufgrund der gegensätzlichen Standpunkte diskutieren die Journalisten oft leidenschaftlich miteinander“, mit diesen Worten charakterisierte Olga Martens, Geschäftsführerin und Herausgeberin der MDZ, die Besonderheit der Zeitung, die ihr Mann Heinrich 1998 gründete. Ihm schwebte damals ein Nachrichtenmagazin vor, das Neuigkeiten aus Russland und Deutschland fernab der typischen Berichterstattung, in der oft Stereotype auf beiden Seiten vorherrschten, liefern sollte. Mit der Moskauer Deutschen Zeitung ist ihm dies gelungen, wie der deutsche Botschafter Walter-Jürgen Schmid in seiner Begrüßungsrede hervorhob: „Die MDZ ist ein fachlich hervorragendes und engagiertes Journal mit klaren Grundsätzen. Mit der Förderung junger Journalisten aus Deutschland leistet sie außerdem einen bedeutenden Beitrag zur Völkerverständigung und zu einem differenzierten Russland-Bild in unserer Heimat.“ Auch Alexander Schurawskij, Leiter der Abteilung für internationale Beziehungen des russischen Ministeriums für regionale Entwicklung, hob die Besonderheit der MDZ hervor: „Auch wenn ich nicht immer mit allem einverstanden bin, was Ihre Zeitung schreibt, so verkörpert sie doch die Meinungsfreiheit, die wir alle brauchen.“


Bei so viel Lob hatte die Moskauer Deutsche Zeitung allen Grund, sich ausgelassen feiern zu lassen. Das Jubiläum begann mit einem Tag der offenen Tür und der Eröffnung einer Ausstellung mit den besten MDZ-Fotos aus 10 Jahren. Junge Journalistik-Studenten und angehende Übersetzer lernten nachmittags in einem Workshop, wie man eine Zeitung macht, und durften am Schluss ihre selbst erstellte Zeitung im Design der MDZ mit nach Hause nehmen. Im Anschluss zeigte die Redaktion Lehramtsstudenten, wie man mit der Moskauer Deutschen Zeitung im Unterricht arbeiten und die deutsche Sprache vermitteln kann.


Doch der Höhepunkt des Tages war mit Sicherheit die festliche Abendveranstaltung. Fast 200 Gäste kamen ins Deutsch-Russische Haus, um der Zeitung zu gratulieren. Der Abend begann mit Ansprachen von Olga Martens, Botschafter Walter-Jürgen Schmid und Alexander Schurawskij. Doch nicht nur Deutsche und Russen hatten den Weg in die Uliza Malaja Pirogowskaja gefunden, auch Vertreter aus Slowenien, Luxemburg, der Schweiz und Österreich waren zu Gast. Sie alle bewiesen, dass die Moskauer Deutsche Zeitung in den 10 Jahren ihres Bestehens zu einer festen Institution in der Moskauer Gesellschaft geworden ist. Und sie zeigte sich auch an diesem Abend als fruchtbarer Boden für neue Ideen. Die Organisatorin der Veranstaltung, Ulrike Bartsch, kündigte an, gemeinsam mit den beiden Herausgebern einen deutschen Club gründen zu wollen. „Neben der gemeinsamen Kommunikation und Information soll der Deutsche Club Moskau dazu beitragen, neue Vorhaben leichter zu kreieren und zu entwickeln, Menschen untereinander intensiver zu vernetzen und gegenseitige Unterstützung zu gewährleisten“, beschreibt Frau Bartsch ihre Initiative und die Ziele des Clubs. Anschließend rief Herausgeberin Olga Martens unter viel Applaus die Angestellten der Zeitung und ihren Mann auf die Bühne, bei denen sie sich mit Blumen und Geschenken für ihr Engagement bedankte.


Aber nicht nur geredet wurde an diesem Abend im Deutsch-Russischen Haus. Die Gastgeber verwöhnten die Besucher mit einem köstlichen Buffet sowie einem unterhaltsamen Kulturprogramm. Das Kindertanztheater Lallen aus Perm bestach durch seinen professionellen, farbenfrohen Auftritt in ausgefallenen Kostümen, das Streichquartett Nuevo sorgte für stimmungsvolle musikalische Untermalung der Feier. Wer sich ungezwungen und in Ruhe unterhalten wollte, konnte sich in die Weinbar zurückziehen, der Großteil der Gäste tummelte sich jedoch bei Sekt und Bier im Festsaal und genoss das bunte Programm des Abends. Da möchte man doch fast jedes Jahr 10-jähriges Jubiläum feiern!

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