Die bewegte Jugend Auf den Spuren der Funsportler in Moskaus Betonwüsten |
|   Date: 2010-09-08 |
 | |
| SPORT |
| Das Keinmaleins von Großstadt-Sportarten wie Skateboarden oder BMX-Fahren geht so: kein „Training montags, mittwochs und freitags“, kein Trainer, keine Waldläufe, kein Stadion, keine Ersatzbank, kein Mitgliedsbeitrag, keine Urkunden und – Gott bewahre – keine Eltern als Zuschauer. Wenn der sportliche Mainstream nach Leistung und Erfolg verlangt, um sich abzuheben von der Masse, sind die jugendlichen Vertreter der urbanen Sportszene per se anders. Moskau ist dabei keine Ausnahme. Helene Wulf und Patrick von Rosen haben für die MDZ das Lebensgefühl der hiesigen Protagonisten zu ergründen versucht. ...
|
|
Wenn Übung keine Meister macht Moskauer Eltern erzählen von betrüblichen Erfahrungen mit dem russischen Nachwuchsfußball |
|   Date: 2010-08-24 |
 | |
| SPORT |
| Die Russen sagen Osill und sie sagen Mjulher. Deutsche Jungstars wie Mesut Özil und Thomas Müller sind seit der Fußball-WM auch in Russland in aller Munde. Mit den Schwierigkeiten der Aussprache wissen sich die hiesigen Fans irgendwie zu behelfen. Problematisch wird es bei den sportlichen „Umlauten“: Ein russischer Özil, ein russischer Müller — weit und breit nicht in Sicht. Warum ist das so? Wir wollten wissen, wie in den Klubs und Fußballschulen mit dem Nachwuchs gearbeitet wird. Die MDZ traf sich in Moskau mit den Eltern zweier 15-jähriger Spieler, die bereits mehrere Vereine durchlaufen haben. Sie baten darum, anonym bleiben zu dürfen, und entschuldigten sich gleich zu Beginn: „Wir haben leider kaum Positives zu berichten. Die Situation ist unerfreulich, um nicht zu sagen trostlos.“ ...
|
|
Talente für den Export Ein Sportlehrer will ein Nachwuchsleistungszentrum von Bayern München in Moskau aufbauen |
|   Date: 2010-08-20 |
 | |
| SPORT |
|
Ein Zeitungsinterview über haltlose Zustände im Nachwuchssport hat Andrej Korschunow Ende Juli den Arbeitsplatz gekostet. Die 1497. Schule im Westen der Stadt legte dem Sportlehrer Ende Juli nahe, von sich aus zu kündigen. Korschunow hatte seit Jahresbeginn an drei Nachmittagen pro Woche eine Trainingsgruppe für Fußball betreut und mit den 14- bis 16-Jährigen nach eigenen Worten bei Wettkämpfen auf Stadtkreisebene bereits für die eine oder andere Überraschung gesorgt. Das jedoch, sagt der Fan von Bayern München, der als Kind und Jugendlicher für Spartak Moskau spielte, sei nicht erwünscht gewesen. ...
|
|
Olympia 1980: „Ich hatte den besten Job“ Der deutsche Sportjournalist Rainer Nachtigall erinnert sich an die „halben“ Moskauer Sommerspiele vor 30 Jahren |
|   Date: 2010-07-19 |
 | |
| SPORT |
| Es hatte eine Dienstreise werden sollen und wurde eine Reise ohne Dienst. Rainer Nachtigall, in den 60er Jahren als Rechtsaußen beim Fußballklub Vorwärts Berlin mehrfacher DDR-Meister und danach Redakteur beim Ostberliner „Sportecho“, war bei der Moskauer Sommerolympiade vom 19. Juli bis 3. August 1980 kurz nach seiner Ankunft unvermittelt aller beruflichen Verpflichtungen ledig – und genoss daraufhin die Spiele als Zuschauer in vollen Zügen. In der MDZ spricht er über den Stolz der Moskauer auf die Olympiabauten und darüber, warum er die Russen für immer ins Herz geschlossen hat. ...
|
|
Nach seiner Pfeife tanzt Messi Rawschan Irmatow aus Usbekistan gehört zu den besten Referees der WM |
|   Date: 2010-07-03 |
 | |
| SPORT |
| Der Usbeke Rawschan Irmatow ist, was auch Deutschland ist bei dieser WM: eine positive Überraschung. Während sich selbst namhafte Schiedsrichterkollegen folgenschwere Fehler leisteten, pfiff der 32-Jährige bisher bei seinen drei Einsätzen weitgehend souverän. Insider sind weniger verblüfft als die breite Öffentlichkeit, denn ein Nobody ist Irmatow ganz und gar nicht. Jetzt wird er mit einem weiteren Spiel belohnt, darf den Viertelfinal-Knaller Argentinien gegen Deutschland leiten....
|
|
Die Nestwärme der Nische Ein amerikanischer Sport trägt in Russland fast schon familiären Charakter |
|   Date: 2010-06-29 |
 | |
| SPORT |
|
Wenn sich Kirchenvertreter und Wissenschaftler vor 1 000 Jahren zum Brainstorming getroffen hätten, um ein Sportgerät zu erfinden, dann wäre bestimmt ein Frisbee dabei herausgekommen. Es ist flach, aber auch rund – und es dreht sich doch. Tatsächlich hat das Wurfobjekt nur wenig mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel und geht auf den amerikanischen Tüftler Frederick Morrison zurück, der sich bei seiner Idee von Kuchenblechen inspirieren ließ. Seitdem hat das Frisbee seinen Siegeszug um die Welt angetreten, wie jeden Sommer auch an den russischen Stränden zu beobachten ist. Weniger bekannt: Die Plastikscheibe taugt sogar zum Mannschaftssport. „Ultimate Frisbee“ hat in Russland eine kleine, aber wachsende Anhängerschaft. ...
|
|
Technischer k.o. für Schachroboter Position von König und Dame bei Demonstrationspartie verwechselt |
|   Date: 2010-06-20 |
 | |
| SPORT |
|
Er kann Tausende Züge im Voraus berechnen. Und dann das: Bei einer Demonstrationsveranstaltung in Moskau muss für einen russischen Schachroboter zwei mal zwei plötzlich fünf gewesen sein. Die Erfindung des früheren Luftwaffeningenieurs Konstantin Kostenjuk, Vater der Weltranglisten-Ersten Alexandra Kostenjuk, ließ sich Mitte Juni in einer Partie gegen Kreml-Funktionär Arkadij Dworkowitsch, der ein passionierter Schachspieler ist, von einem Stellungsfehler verwirren, wie er normalerweise nur Anfängern unterläuft. ...
|
|
Fußball is in the House Vom Eröffnungsspiel bis zum Finale - das Deutsch-Russische Haus zeigt WM auf Großbildleinwand |
|   Date: 2010-06-09 |
 | |
| SPORT |
Der WM-Fußballsommer fällt diesmal auf den südafrikanischen Winter. Aber ansonsten ist alles wie gehabt. Wenige Tage vor dem ersten Anpfiff steigt die Betriebstemperatur der Fans rund um den Erdball. Und auch das Deutsch-Russische Haus in Moskau hat sich wieder gründlich auf das größte Sportereignis der Welt vorbereitet. Wie bereits vor vier Jahren bei der WM in Deutschland und vor zwei Jahren bei der EM in Österreich und der Schweiz werden im Veranstaltungssaal „Berlin“ ausgewählte Spiele in der Übertragung von ARD und ZDF live zu sehen sein. Wie viele es sind, hängt vom Erfolg der deutschen Nationalmannschaft ab....
|
|
Underdog will wieder zubeißen Wenn Nordkorea bei der WM keine Chance hat, dann muss Italien dran glauben – so war es zumindest 1966 |
|   Date: 2010-06-05 |
 | |
| SPORT |
| Die Fußball-WM 2010 findet ohne Russland statt. Und auch von seinen zwölf Nachbarländern fährt mit Nordkorea nur eines nach Südafrika. Nach 1966 ist es für die Asiaten erst die zweite WM-Teilnahme überhaupt. Sie gelten als krasser Außenseiter und große Unbekannte. Aus erster Hand ist kaum etwas über die Mannschaft zu erfahren. Bereits Anfang Mai wurde sie von Tausenden Menschen auf dem Flughafen von Pjöngjang ins Schweizer Trainingslager verabschiedet und dort von der Öffentlichkeit abgeschottet. Inzwischen reiste das Team nach Südafrika weiter. Ursprünglich wollte die Delegation als einzige außerhalb des Gastgeberlandes wohnen – in Simbabwe, dem Reich von Diktator Robert Mugabe. Die Idee wurde dann jedoch fallen gelassen. ...
|
|
Fremdenlegion in Rot und Weiß Bayern München fiebert dem Champions-League-Finale entgegen – seine Moskauer Fans fiebern mit |
|   Date: 2010-05-21 |
 | |
| SPORT |
| Viele sind sie nicht gerade. Für die Bayern zu sein, ist in Moskau eine familiäre Angelegenheit. Aber das hat ja auch sein Gutes. Jeder kennt jeden. Für den 22. Mai hat sich die kleine Moskauer Fangemeinde von Bayern München in der Sportkneipe „Kruschka“ am Revolutionsplatz verabredet, um das Champions-League-Endspiel gegen Inter Mailand anzuschauen. Erwartet werden etwa 30 junge Leute. Für sie soll es eine denkwürdige Nacht werden. ...
|
|