Die breitspurigen Schienen (1 520 Millimeter) auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion, Finnlands und der Mongolei erstrecken sich auf 226 000 km. Im Konkurrenzkampf mit der Straße und dem Seeweg verliert die Bahn wertvolle Zeit beim Umstellen auf die europäische Schienenbreite (1 435 Millimeter). Für geschätzte zwei bis drei Milliarden US-Dollar soll nun das russische Netz bis nach Wien verlängert werden. Kosten und zukünftige Gewinne werden sich die beteiligten Staaten Russland, Ukraine, Slowakei und Österreich proportional zum Schienenverlauf teilen.
Das mit der Deutschen Bahn angestrebte Projekt Hamburg-Peking hat nach Worten des Vorsitzenden der russischen Bahn, Wladimir Jakunin, in der aktuellen Krisenzeit dagegen weniger Chancen auf Erfolg. Erwägt wird, wenigstens den einseitigen Warenverkehr von Osten nach Westen zu fördern.
Der Siemens-Konzern sieht im erneuerungsbedürftigen russischen Lokbestand große Investitionschancen und will mit der russischen Sinara Group im Ural ein gemeinsames Unternehmen zur Produktion von Loks eröffnen. Schon im nächsten Jahr soll das erste Modell aus den Werkhallen rollen. Ebenfalls von Siemens gebaut wird der Schnellzug Sapsan. Auf der Fahrt zwischen Moskau und St. Petersburg, die ab Jahresende nur noch 3 Stunden und 45 Minuten dauern wird, sollte auf die Dienstkleidung geachtet werden, die in Sotschi feierlich vorgeführt wurde — im strengen Business-Grau, aber mit erfrischendem Lächeln.